Radiotipp: Von Tag zu Tag, Do. 02.02. 14h00

Rainer Rosenberg spricht mit Lojze Wieser und Jiri GruÅ¡a über das Thema “Mehrsprachigkeit in Österreich und Europa”.

In Europa gibt es mehr unterschiedliche Sprachen als Staaten.
Wie die Menschen in Europa mit unterschiedlichen Sprachen umgehen, wird die kulturelle Zukunft stark beeinflussen – Sprache und Denken stehen in engem Zusammenhang und die Muttersprache prägt auch die Identität von Menschen.

[Link & Livestream]

Das Gödeljahr 2006

Kurt Gödel

Nachdem ich wahrscheinlich nicht der Einzige bin, der den Namen Mozart bereits Anfang Februar nicht mehr in Kombination mit dem Wort Geburtstag hören kann (die Alternative Sigmund Freud gibt ja auch nicht besonders viel her), hier ein Jubiläum, das in diesem Jahr auch nicht untergehen sollte: Kurt Gödel wäre am 28. April dieses Jahres 100 geworden: Mathematiker, Logiker, Philosoph, ergo Informatiker! ;)

Aber wer weiß: Vielleicht ist sein Geburtstag in den Augen mancher Österreicher ja weniger wert. Immerhin ist er nach dem 2. Weltkrieg nicht zurückgekehrt. Recht hatte er!

Im Zuge dieses Jubiläums gibt’s zahlreiche Veranstaltungen: Vom 27. bis zum 29. April findet in Wien das Symposium “Horizons of Truth – Gödel Centenary 2006” statt. Leider ist der eigentlich recht faire Preis von 200 € (Ermäßigt: 100 €) für einen Studenten wie mich doch recht hoch. Immerhin sind in diesem Preis Ausflüge nach Melk und Brno inkludiert. Eben dort, in Gödels Geburtsstadt Brno, findet vom 22. bis zum 28. April eine von der ortsansässigen Kurt Gödel Gesellschaft organisierte Veranstaltung unter dem Titel “International symposium by occasion of the 100. jubilee of the birth of Kurt Gödel” statt. Studentenfreundlichere Preise vorausgesetzt, werd’ ich vor Ort sein!

Partizipieren!

[Kurt Gödel in der Wikipedia]

Österreich! Avstrija! (3)

pro Känten/za Korosko

Auf derStandard.at findet sich ein Interview mit dem Initiator von pro Kärnten/za Koroška, Lojze Wieser.

Nachdem wir in Europa 200 Kulturen haben, werden wir diesen Fragen nicht ausweichen können. Das heißt, die europäische Zukunft wird derart gestaltet sein müssen, dass sie überall dort, wo Menschen, Kulturen und Sprachen zusammenkommen, auch Wege finden muss, wie sie ihnen Achtung und Anerkennung entgegenbringen kann.

In diesem Sinne ist dies also nicht nur eine Angelegenheit der Minderheit, sondern der Mehrheit – in Österreich, aber gleichzeitig auch in Europa.

Unterschreiben!

[derStandard.at: Wie wird man Pate für zweisprachige Ortstafeln?]

Keine Polnisch-Deutsche Bim (updated)

Slubice

Und wieder einmal ist ein Projekt, dass die Völker Europas näher zusammenbringen hätte können, durch einen Volksentscheid abgelehnt worden. Mit 83% haben die Bürger von Frankfurt (Oder) am Sonntag gegen eine Straßenbahn in die polnische Nachbarstadt Słubice gestimmt.

Dabei hätte Frankfurt (Oder) ein solches Projekt meiner Meinung nach nötiger, als viele andere Grenzstädte. Bei meinem letztjährigen Besuch war ich aufgrund der Trostlosigkeit schockiert, die vor allem auf der deutschen Seite der Oder zu spüren war. Ein Eindruck der anscheinend einer gewissen Grundlage nicht entbehrt:

Krzysztof Wojciechowski, Direktor des deutsch-polnischen Instituts Collegium Polonicum in Slubice, sieht die Ursachen in der allgemeinen Resignation in ganz Deutschland und besonders in Frankfurt (Oder) begründet, “Frankfurt hat die Reste seiner Vitalität verloren, die Bürger glauben nicht mehr an die Zukunft”, folgert er.

Update: Anscheinend war es in diesem Fall wirklich hauptsächlich eine rationale Entscheidung “gegen die Straßenbahn”, die zu diesem Abstimmungsergebnis geführt hat. Dazu ein Link aus den Kommentaren, zu zahlreichen Meiungsäußerungen von Frankfurter Bürgern. Danke OderBLOG!

[die tageszeitung: Keine Straßenbahn nach Polen]

Die Wandlungen des bulgarischen Joghurtbusiness

Obwohl man in Bulgarien mehr Joghurt isst, als irgend sonst auf der Erde (20 Kilo im Jahr pro Einwohner), lässt sich damit offensichtlich kein Geld machen.

[…] And Bulgarians are really set in their ways when it comes to how they buy yogurt, with 90% of the market in standard plain “set” yogurt as opposed to the kind with fruit mixed in, drinkable kinds, dessert products, and that one brand that supposedly has extra-special bacteria.
All of these are so-called value-added products, which translates into bigger margins for producers – all of which is to say that it’s actually damn hard to make money selling yogurt in Bulgaria, despite the fondness of the local populace for the curdled stuff.

Wie Scott MacMillan berichtet, kommen auf die Milcherzeuger mit dem EU-Beitritt Bulgariens allerdings schlechte Zeiten zu. Etwa die Hälfte der Molkereien entsprechen nicht den Auflagen der Europäischen Union. Wenn die EU hier nicht rechtzeitig handelt, ist die Dominanz weniger großer Konzerne zumindest in diesem Bereich vorprogrammiert.

[a Fistful of Euros: Trends in Bulgarian Yogurt Consumption]

Wertvolle Rohstoffe

Schienen

In Polen machen sich Kleinkriminelle an den Schienen und Oberleitungen der Bahn zu schaffen. Sie stehlen diese, um sie beim Schrotthändler zu Geld zu machen. Für zwei Meter Schiene gibt’s 12 Euro, die Oberleitungen bringen sogar noch mehr.

Oberleitungen sind aus Kupfer, 100 Meter bringen immerhin 300 Euro ein. Sie abzuschneiden ist zwar riskant, aber die Diebe haben so ihre Methoden. “Sie befestigen ein Stahlseil an der Schiene, am anderen Ende ist eine mit Steinen gefüllte Socke, mit der Socke wird das Seil über den Fahrdraht geworfen, es gibt einen Kurzschluss auf der ganzen Strecke. Dann klettern die Diebe hoch, zerschlagen die Isolatoren und die Leitung fällt runter”, erklärt Snopkowski. Das ist natürlich lebensgefährlich, denn wenn das Seil die Leitung nicht richtig erdet, dann wird der Dieb oben zur Hälfte verbrannt. Auch das ist schon vorgekommen.

[tagesschau.de: Schienendiebe gefährden Bahnbetrieb]

Wiener Bausünden

Die Verbauung des Wienflusses

Karlsplatz

Das Bild zeigt den Karlsplatz vor der Verbauung der Wien. Als jemand der diesen Platz jede Woche mehrmals aufsucht wünschte ich, dieser Fehler wäre damals nicht begangen worden.

[Link]

Wodkageschichten

Während in Russland der Wodka aufgrund eines neuen Gesetzes “Über die staatliche Regulierung der Herstellung und des Umsatzes von Ethylalkohol, Alkohol und alkoholhaltiger Produktion” immer knapper wird, bekommen die Elephanten des Moskauer Staatszirkus bei ihrem Besuch in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator, wo – nebenbei erwähnt – gerade die Regierung zusammenbricht, Wodka gegen die Kälte verabreicht.

To help the Indian elephants ward off the cold, staff at the Ulan Bator State Circus are giving them two litres of vodka a day, the newspaper quoted the Mongolian circus manager as saying. […] The daytime temperature in Ulan Bator was minus 22 degrees Celsius on Friday and was forecast to fall to as low as minus 28 on Sunday, according to the city government’s official website.

[Die Presse.com: “Der Wodka geht zu Ende”]
[Guardian Unlimited: Protesters Storm Mongolian Party Building]
[news24.com: Jumbos quaffing vodka]

Disgusting police?

Hier die Regeln für das Aussehen der deutschen Polizisten bei der diesjährigen Fußball-WM:

Demnach soll nicht nur ein “unrasiertes Auftreten – insbesondere der sogenannte Drei-Tage-Bart” untersagt sein. Auf dem Index stehen nach SPIEGEL-Informationen auch der “sogennante Lagerfeld-Zopf” oder sonstige Haartrachten, die “als Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden”. Verboten außerdem: “sichtbare Piercings, auch Mundpiercings”, sichtbare Tätowierungen sowie mehr als eine Halskette, ein Armband und ein “Freundschaftsband” pro Polizist.

[via Fefe]