Metroblogging Leopoldstadt: Das neue FLUC (2)

Das neue FLUC
Quelle: fluc.at

Am 1. April ist es soweit! Auf Metroblogging Vienna erinnert uns Michael Zeltner daran, dass am kommenden Samstag das neue FLUC seine Pforten öffnet. Für all jene die nicht solange warten wollen, gibt’s bereits am Freitag eine Präsentation des neuen Veranstaltungsraums.

Bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein bisserl Werbung für eine Veranstaltung, die vom 14. bis zum 17. April im FLUC stattfindet: EAST erh, egg 2006. Partizipieren!

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Radiotipp: Einheit und Vielfalt in Europa, Mi 22.3. 21h00 Ö1

Europa ist mehr als die Europäische Union, die Grenzen Europas enden nicht an den “Erweiterungszonen”. “Europa hängt zusammen wie Treibsand. Natürlich gibt es ein gemeinschaftliches Erbe, aber der Integrationsprozess muss noch beginnen”. Die unterschiedlichen historischen Erfahrungen müssten erst zusammenfinden, meint der niederländische Journalist und Historiker Geert Mak, etwa indem die Europäer einander Geschichten erzählen. Geschichten über die schönen Seiten und die Hoffnungen Europas, aber auch über die Ruinen und die Verbrechen. Geschichten über die Omaha Beach, Geschichten über Auschwitz.

Über die Grenzen der Europäischen Union hinaus blickt auch der Salzburger Schriftsteller Karl-Markus Gauß, und das nicht nur geografisch. Er stellt der Euphorie der Erweiterung und der Integration die Lebenswelt der slowakischen Roma und den Überlebenskampf osteuropäischer Völker entgegen. Und auch er erzählt Geschichten vom Geschichtenerzählen. Wirtshausgeschichten, die am Rand Europas hinter die glatten Fassaden der Euro-Investitionen blicken lassen und die eine Vielfalt sichtbar machen, die Europa – noch immer – prägt.

[Link & Livestream]

Kinotipp: 89 mm – Freiheit in der letzten Diktatur Europas

Ein Film über ein junges Land, das zerrissen scheint zwischen Stagnation, Protest und Aufbruch. 89 Millimeter, das ist auch der Unterschied der Spurweite der Eisenbahngleise zwischen Belarus/Weißrussland und seinen westlichen Nachbarn. Kein großer Abstand, aber an der Grenze der neuen EU öffnet sich eine andere Welt: Belarus ist das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe noch vollstreckt wird, hier regiert Alexander Lukaschenko seit 1994, als er das Parlament entmachtete, hier befindet sich die angeblich letzte europäische Diktatur. Der 25-jährige Filmemacher Sebastian Heinzel fragt, wie junge Menschen in seinem Alter ihr Leben in diesem Land gestalten und sucht nach den Spuren der Diktatur im Alltag. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Porträt einer Generation, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versucht einen Weg für sich zu finden.

Nächste Woche im Schikaneder (Programm).

[via BAOBAB Medientipp]
[taz.de: Minsker Momente]

monochrom: Markenzeichen

Lacoste-Logo

Der monochrom-Versuch die reale Macht der Marken zu testen, indem je 25 österreichische Personen insgesamt zwölf verbreitete Logos (neun internationale, drei spezifisch zentraleuropäische) aus dem Gedächtnis zeichnen mußten.

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Befreit Dokumente!

Wir möchten, dass alle Bürgerinnen und Bürger möglichst leicht und schnell vom neuen Informationsfreiheitsgesetz profitieren können. Leider nehmen die Behörden oft hohe Gebühren für die Herausgabe oder Kopie von Unterlagen und Schriftstücken. Hier bei uns können Sie die Dokumente, die Sie aus den Aktenkellern “befreit” und vielleicht teuer bezahlt haben, unkompliziert auch anderen Interessierten zugänglich machen. Das macht den Staat transparent, spart doppelte Arbeit und doppelte Kosten für alle Beteiligten.

Übrigens: Ein Informationsfreiheitsgesetz gibt’s auch in Österreich! Hier heißt es zwar Auskunftspflichtgesetz, funktioniert aber genauso wie in Deutschland. Also Leute, nehmt Eure Reche wahr!

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Lemberger Kneipen/Tylko we Lwowie (mp3) (updated)

Platz in Lviv (Lemberg)

In einem Eurozine-Artikel beschreibt Boguslaw Bakula die Besonderheiten der Lemberger Kneipen vor dem 2. Weltkrieg anhand zahlreicher Anekdoten. Lesenswerter Artikel!

Um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert entstand in Lemberg ein besonderer Typ von Lokalen, deren Kunden Künstler verschiedener Profession, verschiedenen Alters und verschiedener Bedeutung waren. Solche Orte hatten ihre zahlreichen Liebhaber, zogen aber auch Snobs, manchmal gar die Halbwelt an. Es gab Künstlerkneipen, Malerkneipen, Literaten- und Musikerlokale. Auch gab es Lokale, in die die wissenschaftlichen Kreise gingen: ein heute unvorstellbares Phänomen.

Bei dieser Gelegenheit auch gleich die passende Musik dazu: Tylko we Lwowie (mp3) in einer Interpretation von Stasiek Wielanek. Kann mir vielleicht einer meiner polnischsprachigen Leser den Inhalt dieses Liedes erklären (Text & Noten)? Ich hab’s über die geniale TV-Dokumentation “Fremde Oder” von Helke Misselwitz gefunden, in der ein Mann voller Stolz auf seine alte Heimat, dieses Lied vorspielt.

Update: Jetzt weiß ich auch woher mir diese Melodie so bekannt vorkommt. Sie ähnelt sehr der der letztjährigen monochrom-Performance bei den Big Brother Awards “Lebensabend und Kontrolle” (Der Wiener Lloyd berichtete).

[Boguslaw Bakula, Eine Welt zwischen Wissenschaft und Kunst]

Die Aber-Auchs

Im heutigen Standard analysiert Christoph Winder eine Argumentationstaktik, die im Bezug auf den Karrikaturenstreit der letzten Wochen von der Mehrheit der Menschen in Europa übernommen wurde.

Die typische Satzkonstruktion, mit der der Aber-Auch auftritt, geht so (oder ähnlich): “Natürlich gibt es die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch die religiösen Gefühle der Muslime dürfen wir nicht verletzen.” Oder auch umgekehrt: “Natürlich gibt es die religiösen Gefühle der Muslime, aber auch Meinungs- und Pressefreiheit sind zentraler Wert unserer Gesellschaft”.

Mit dieser vermeindlich menschenfreundlichen Argumentation geht man allerdings einen faulen Kompromiss ein, indem man die Tatsache verleumdet, dass in unseren säkulären Demokratien “die Grundrechte dem religiösen Empfinden hierarchisch übergeordnet sind”. Damit akzeptiert man de facto, dass bestimmte Bevölkerungsteile aus religiösen Motiven Teile der demokratischen Werte nicht mittragen. Ein gefährliches Spiel!

In letzter Instanz sind Meinungs- und Pressefreiheit nicht verhandelbar. Das ist die Botschaft, die wir euch übermitteln müssen: so taktvoll wie möglich, aber in aller Festigkeit und ohne Aber-Auch.

[derStandard.at: Der fatale Fehler der Aber-Auchs]

Anti-Werbung: McDonalds

McDonald's Videogame

McDonald’s Videogame: Während Firmen und Organisationen bereits seit langem deren Werbewirkung erkannt haben, ist seit kurzem eine neue Kategorie von Computerspielen entstanden. Die sogenannten “anti-advergames” persiflieren die Machenschaften großer Firmen.

For decades McDonald’s corporation has been heavily criticized for his negative impact on society and envinronment.There are inevitably some glitches in our activity: rainforest destruction, livelhood losses in the third world, desertification, precarization of working conditions, food poisoning and so on…

Denying all these well founded accusations would be impossible so we decided to create an online game to explain to young people that this is the price to pay in order to preserve our lifestyle.

We’ll continue on our way, with our well-known determination.

[via monochrom]