Österreich! Avstrija!

Klagenfurt/Wien – Ein neuer Tag, ein neuer Weg, um das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes zu umgehen: Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) will die deutschsprachigen Ortstafeln in den betroffenen Gemeinden abbauen, sie allerdings einen halben Meter entfernt wieder aufbauen – also einfach per Verordnung verrücken. Wer damit nicht einverstanden sei, könne ja “wieder zum Verfassungsgerichtshof gehen”.

Ich wundere mich ja nicht mehr über die lächerlichen Aktionen Jörg Haiders, die sind wir ja schon gewohnt! Aber warum, liebe Kärntner, ist dieser Mann noch immer Euer oberster Vertreter?

[derStandard.at: Ver-rückte Ortstafeln]
[die tageszeitung: Haider-Posse im Ortstafelstreit]

Wodkageschichten

Während in Russland der Wodka aufgrund eines neuen Gesetzes “Über die staatliche Regulierung der Herstellung und des Umsatzes von Ethylalkohol, Alkohol und alkoholhaltiger Produktion” immer knapper wird, bekommen die Elephanten des Moskauer Staatszirkus bei ihrem Besuch in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator, wo – nebenbei erwähnt – gerade die Regierung zusammenbricht, Wodka gegen die Kälte verabreicht.

To help the Indian elephants ward off the cold, staff at the Ulan Bator State Circus are giving them two litres of vodka a day, the newspaper quoted the Mongolian circus manager as saying. […] The daytime temperature in Ulan Bator was minus 22 degrees Celsius on Friday and was forecast to fall to as low as minus 28 on Sunday, according to the city government’s official website.

[Die Presse.com: “Der Wodka geht zu Ende”]
[Guardian Unlimited: Protesters Storm Mongolian Party Building]
[news24.com: Jumbos quaffing vodka]

Wiener Bahnbau anno 1896 (updated)

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Ein Artikel der Wochenzeitung “Wiener Bilder” aus dem Jahr 1896, in dem der Bau der Wiener-Vorortelinie beschrieben wird. Dabei wird auch auf Zukunftsprojekte wie die sog. “Donaucanallinie” eingegangen, welche die Stadt an dem rechten Ufer des Canals durchschneidet und welche von Nußdorf bis Erdberg sich erstreckt. Anscheinend haben sich die Wiener, was die Konsequenz der Umsetzung solcher Projekte angeht, in den letzten 100 Jahren nicht verändert! ;)

Update: Per Mail wurde mir soeben mitgeteilt, dass es sich bei der “Donaucanallinie” um die Strecke der heutigen U4 zwischen “Heiligenstadt” und “Landstraße” handelt (Eröffnung: 6. August 1901).

Update: Ein Artikel über die Eröffnung der “Donaucanallinie” findet sich in den “Wiener Bildern” vom 7. August 1901.

[Link]

Disgusting police?

Hier die Regeln für das Aussehen der deutschen Polizisten bei der diesjährigen Fußball-WM:

Demnach soll nicht nur ein “unrasiertes Auftreten – insbesondere der sogenannte Drei-Tage-Bart” untersagt sein. Auf dem Index stehen nach SPIEGEL-Informationen auch der “sogennante Lagerfeld-Zopf” oder sonstige Haartrachten, die “als Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden”. Verboten außerdem: “sichtbare Piercings, auch Mundpiercings”, sichtbare Tätowierungen sowie mehr als eine Halskette, ein Armband und ein “Freundschaftsband” pro Polizist.

[via Fefe]

Die Rettung der Audio-CD?

Mit dem CD-Logo “Ohne Kopierschutz” will der Verband Deutscher Musikschaffender [VDM] ein Zeichen gegen den Wettlauf der großen Musikkonzerne um den “unknackbaren” Kopierschutz für Musik-CDs setzen. “Erste Künstler testen diese Beschriftung gerade und wollen dem Käufer gleich sagen: ‘Diese CD kannst du hören und abspielen wo und wann immer du willst'”, so der VDM-Vorsitzende Klaus Quirini.

[futureZone.orf.at: Logo kennzeichnet CDs ohne Kopierschutz]

Word ist böse …

… und was noch viel schlimmer ist, obwohl total ineffizient, Quasi-Standard. In Word Processors: Stupid and Inefficient beschreibt Allin Cottrell, warum herkömmliche Textverarbeitungsprogramme für die Produktion von Geschriebenem keineswegs besonders gut geeignet sind. Besonders schön ist folgender Vergleich:

It’s a bit like QWERTY. Do you know that story? Why the standard arrangement of keys on typewriter keyboards (and by extension computer keyboards) has QWERTYUIOP along the top line? That was not the original arrangement of typewriter keys. It was designed for a purpose, namely to slow typists down. The problem was that the expertise of the early typists quickly outran the capabilities of the early mechanical typewriters: a fast typist could jam the keys, hitting them faster than they could return after striking the ribbon. QWERTY distributed the keys so they couldn’t go so fast. This is clearly a crazy arrangement for the keys on an electronic keyboard, but it’s too late to change: QWERTY is standard, and all attempts to rationalize the keyboard have failed in the face of that reality.

[Link]

Wiener Linien bilingual

Kurz ziehen

Wien – Die Hinweisschilder in der Wiener U-Bahn sowie in Bussen und Straßenbahnen werden zweisprachig. Ab sofort werden die Fahrgäste nicht mehr nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch informiert. Zum Beispiel wird auf den Türen in den U-Bahn-Waggons das “Kurz ziehen” durch ein “pull sharply” ergänzt. Der Start der Umstellung erfolgte pünktlich zu Beginn der österreichischen EU- Ratspräsidentschaft.

Traurig nur, dass man erst jetzt auf diese Idee kommt.

[derStandard.at: Die Wiener U-Bahn wird zweisprachig]

Jüdische Sprachen

Im Laufe der Jahunderte haben Juden in der Diaspora unterschiedlichste Sprachen und Dialekte entwickelt. Die Jewish Language Research Website zeigt deren Vielfalt.

Throughout the world, wherever Jews have lived, they have spoken and/or written differently from the non-Jews around them. Their languages have differed by as little as a few embedded Hebrew words or by as much as a highly variant grammar. A good deal of research has been devoted to a number of Jewish languages, including Yiddish, Judeo-Spanish, Judeo-Arabic, Judeo-Italian, Jewish English, and Jewish Neo-Aramaic. This website displays information about several Jewish languages, as well as about some of the researchers who have written about them.

[via Languagehat]