monochrom: Zeigerpointer

Zeigerpointer Beispiel

Der Zeigerpointer (eine tautologische deutsch-englische Wortschöpfungsfreiheit, die wir uns erlauben) ist die kärgste Form der printmedialen Kapitulation. Verschiedene Personen — in erster Linie in Lokalzeitungen und Zeitschriften regionaler Bedeutung — müssen für die Zeiss (u.ä.)-Optiken der Fotografen auf Dinge und Ereignisse hinweisen. Mit ihren blanken Händen! Die Dinge oder Ereignisse selbst nämlich — ob längst entschwundene Flüchtlinge, bereits geborgene Fahrzeugwracks oder völlig abgebrannte Gebäude — entziehen sich entweder durch ihre optische Fadesse, zeitliche Abgelaufenheit oder durch ihr Nicht-mehr-existent-Sein der Belichtung und (dicker Folgepfeil) massenmedialen Maschinerie. Gut, bleibt ja immer noch der Zeigerpointer. Der Zeigerpointer soll das doch mal zeigerpointen, bitteschön!

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Hafenblockade in Marseille

Streikende in Marseille

Aufgrund der drohenden Privatisierung der französischen Schiffartsgesellschaft SNCM (société nationale maritime Corse Méditerranée) hat die kommunistische Gewerkschaft CGT (Confédération générale du travail) für den heutigen Tag eine Blockade des gesamten Marseiller Hafens angekündigt.

Le PAM a précisé que dans les bassins de Marseille, 9 navires de fret et sept de passagers étaient soit bloqués soit en attente. Sur les bassins de Fos-Lavera, 18 navires sont bloqués à quai dont trois pétroliers et un gazier et deux autres sont en attente sur rade. A Marseille, deux portes sur six sont ouvertes. Tous les accès à Fos-Lavera sont bloqués.

Bereits letzte Woche war es zur Besetzung zweier SNCM-Schiffe gekommen. Die Streikenden befürchten, dass es durch die Privatisierung bei den 2400 Mitarbeitern des Unternehmens zu einem massiven Stellenabbau kommen könnte.

[Le Monde: Les grévistes de la SNCM bloquent le port de Marseille]

Hass und Terror

Im Spiegel findet sich ein Interview, das Romain Leick mit André Glucksmann geführt hat. Dabei sind vor allem die Themen Hass, die Ideologien und der Terrorismus zur Sprache gekommen.

Um seine Zerstörungskraft zu entfalten, muss der Hass kollektiv werden. Der Einzelne, der in seiner Ecke hasst, bleibt ein armseliger Wicht oder wird schlimmstenfalls ein isolierter Mörder. Ideologien können der Kollektivierung des Hasses dienen, aber sie sind nicht dessen Ursache. Das zu glauben, war der große Irrtum der Demokratien im 20. Jahrhundert. Denn daraus folgt der zweite Irrtum: Wenn die Ideologien, also der Nazismus und der Kommunismus, widerlegt und besiegt seien, verschwinde der Hass von selbst. Ideologien sind das Alibi des Hasses.

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Schwachsinnige Vorratsdatenspeicherung (3)

Das EU-Parlament hat am heutigen Dienstag in seiner Plenarsitzung in Straßburg den Vorschlag des EU-Rates zur pauschalen Überwachung der elektronischen Spuren der Telekommunikationsnutzer erneut und endgültig zurückgewiesen. Im Juni hatten die Abgeordneten dem Vorhaben des EU-Rates zur europaweiten Vorratsdatenspeicherung erstmals geschlossen eine deutliche Absage erteilt, woraufhin das Papier noch einmal beraten werden musste. Aber auch bei weiteren Debatten mit der britischen Ratspräsidentschaft und der Kommission hielten die Parlamentarier an ihren prinzipiellen Bedenken gegenüber der Rundum-Beschattung der Nutzer fest. Sie sehen insbesondere keine Berechtigung für das Credo des Rates, eine derart tief in die Wirtschaftsangelegenheiten und Grundrechte einschneidende Maßnahme allein als Strafverfolgungssache zu betrachten.

Dies ist allerdings nur ein Teilerfolg, weil das Parlament im Sicherheitsbereich noch kein Mitentscheidungsrecht hat, und damit die Ablehnung des Rahmenbeschlusses für die Mitgliedsstaaten nicht bindend ist.

[heise online: EU-Parlament lehnt Plan des EU-Rates zur Vorratsdatenspeicherung endgültig ab]

Wien in Google Earth

Das Satellitenprogramm “Google Earth” bietet ab sofort auch Bilder auf Wien. Bisher war in dem Programm lediglich eine grobe Ansicht verfügbar, nun können aber alle Sehenswürdigkeiten im Detail ausgemacht werden.

Höchste Zeit für einen Nicht-Windows-Version von Google Earth!

[via wien.orf.at]

Super-GAU bei der e-card

Am heutigen Samstag ist das österreichische Gesundheits-Informations-Netzwerk (GIN), über das die e-card-Verrechnung abgewickelt wird, komplett ausgefallen. Ärzte müssen die Verrechnungsdaten ihrer Patienten per Hand notieren. Dies meldet der Österreichische Rundfunk, der einen Vertreter des Hauptverbandes der Sozialversicherungen zitiert: “Wir haben einen so genannten Super-GAU. Unser erstes Rechenzentrum hat keinen Strom, das zweite Rechenzentrum hat ein Problem mit der Datenbank.” Beide Rechenzentren werden von Telekom Austria am selben Standort (Arsenal Wien) betrieben.

[via heise online]