Schwachsinnige Vorratsdatenspeicherung (3)

Das EU-Parlament hat am heutigen Dienstag in seiner Plenarsitzung in Straßburg den Vorschlag des EU-Rates zur pauschalen Überwachung der elektronischen Spuren der Telekommunikationsnutzer erneut und endgültig zurückgewiesen. Im Juni hatten die Abgeordneten dem Vorhaben des EU-Rates zur europaweiten Vorratsdatenspeicherung erstmals geschlossen eine deutliche Absage erteilt, woraufhin das Papier noch einmal beraten werden musste. Aber auch bei weiteren Debatten mit der britischen Ratspräsidentschaft und der Kommission hielten die Parlamentarier an ihren prinzipiellen Bedenken gegenüber der Rundum-Beschattung der Nutzer fest. Sie sehen insbesondere keine Berechtigung für das Credo des Rates, eine derart tief in die Wirtschaftsangelegenheiten und Grundrechte einschneidende Maßnahme allein als Strafverfolgungssache zu betrachten.

Dies ist allerdings nur ein Teilerfolg, weil das Parlament im Sicherheitsbereich noch kein Mitentscheidungsrecht hat, und damit die Ablehnung des Rahmenbeschlusses für die Mitgliedsstaaten nicht bindend ist.

[heise online: EU-Parlament lehnt Plan des EU-Rates zur Vorratsdatenspeicherung endgültig ab]