Einfach Schreiben

Unnötig lange Wörter und ein komplizierter Schriftsatz verleiten Leser zu einer schlechten Meinung über die Intelligenz des Autors. Zu diesem Ergebnis gelangt eine amerikanische Forschergruppe um Daniel Oppenheimer. Demnach lassen sich Leser durch klare Worte und einen einfachen Zeichensatz stärker beeindrucken als durch ein ausgefeiltes Vokabular und ein überladenes Schriftbild.

[wissenschaft.de: Kurz und simpel wirkt schlauer als lang und kompliziert]

Was Europa wirklich trennt

Europakarte

Als spachinteressierter Mensch und leidenschaftlicher Teetrinker, hab’ ich mich immer schon gefragt, warum dieses Aufgussgetränk in manchen Ländern Europas “Tee” (tea, Tee, Thé, tè, תה, …) und in anderen “Chai” (чай, čaj, chá, chè, …) heißt. Die Wikipedia erklärt dies wie folgt:

The Chinese character for tea is 茶, but it is pronounced very differently in the various Chinese dialects. Two pronunciations have made their way into other languages around the world. One is ‘te’ (POJ: tê) which comes from the Minnan dialect spoken around the port of Xiamen (Amoy). The other is ‘cha’, used by the Cantonese dialect spoken around the ports of Guangzhou (Canton) and Hong Kong, as well as in the Mandarin dialect of northern China. … It is tempting to correlate these names with the route that was used to deliver tea to these cultures, but this correspondence does not follow. For example, most British trade went through Canton, which uses cha.

Zur Veranschaulichung hab’ ich eine Europakarte erstellt, die zeigt, in welchen Ländern Tee auch “Tee” heißt (rot), und in welchen “Chai” (grün).

Das Wort der Woche: Junktim

Bundeskanzler Schüssel und Außenministerin Plassnik werden nicht müde zu betonen, dass es kein Junktim zwischen den von Österreich erwünschten EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien und dem Verhandlungsstart mit der Türkei gibt.

Ein Junktim (von lat. iunctim = verbunden) ist juristischer Begriff für die Koppelung von Regeln oder Bedingungen, die an sich separat und voneinander unabhängig sind. Junktimierung ist eine juristische Technik bei Verhandlungen über Verträge oder Gesetzesentwürfen. Vereinfacht kann man sagen, dass man sich auf den Standpunkt stellt ‚Ohne das eine geht das ganze andere nicht.’¹

¹ Quelle: Wikipedia

Zurück!

Nachdem ich gestern vom meinem Ukraine-Urlaub zurückgekommen bin, hab’ ich mich heute daran gemacht die liegengebliebenen RSS-Feeds zu durchforsten.

– Neuigkeiten von monochrom: Miki Malör präsentiert NationalHymnen – vom 6. bis zum 17. September im Künstlerhaus. Partizipieren!

– Ein Heim für schwache Verben: Gesellschaft zur Stärkung der Verben (Beispiele).

– Wikipedia in der Commandline: Nico Golde verlinkt das passende Skript.

– Technik verstehen: An Illustrated Guide to IPSec.

– Die Datenschleuder online: Hier findet sich ein Datenschleuder-Archiv, das kompletter ist, als das Offizielle.

– Jiddisch online: Unter dieser Adresse findet sich ein recht schön gemachtes jiddisches Wörterbuch. [via languagehat.com]

– Forscher sammeln: alltooflat.com bietet Sammelkarten berühmter Wissenschaftler. [via zeitwissen:log]

– Ein Tipp von Marie Ringler: Wien erkunden.

Onomatopoetika

Onomatopoesie oder Onomatopoeie (von gr. onoma, Name und poesis, das Machen) oder Lautmalerei ist die sprachliche Nachbildung von Naturlauten durch einzelne Wörter sowie durch Satzfragmente, die durch ihre Rhythmus- und Sprachstruktur lautmalerisch wirken. […] Eine Reihe von Onomatopoesien gehören zur Kindersprache und werden in späterem Alter durch das Standardwort ersetzt, zum Beispiel “Muh” für “Kuh”)

(Wikipedia)

Beispiele dazu unter bzzzpeek.com. [via New York Times-Beilage vom heutigen Standard (Print)]

Qualitätsverlust beim Sprachgebrauch

Zwar verfassen durch Mail und SMS weit mehr Menschen als früher selbstständig (zumindest sehr kurze) Texte, aber dennoch nehmen Textverständnis und Grammatikwissen kontinuierlich ab.

Nach Darstellung des IDS-Linguisten Hardarik Blühdorn nimmt die Fähigkeit der Schüler ab, Texte zu verstehen, während die Texte selbst immer komplizierter werden. “Da öffnet sich eine Schere”, sagte Blühdorn. “Wir leben in einer Welt, die immer komplexer wird, und wir haben Texte, die das spiegeln.”

In einer Welt, in der viel zu viele Menschen bereits heute Dinge einzig und allein deswegen glauben, weil sie “irgendwo geschrieben” stehen, eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Was ich schon lange fordere: Medienkompetenzunterricht an unseren Schulen!

Eichinger beklagte eine “Lücke im Grammatikwissen” deutscher Schüler und machte dafür das gesunkene Interesse am Lateinunterricht verantwortlich. Der Grammatikerwerb sei im deutschen Schulsystem früher ans Lateinische gebunden gewesen, das eine “typisch Grammatik geleitete Sprache” sei.

Zu diesem Aspekt ein kleiner Buchtipp: Karl-Wilhelm Weeber, Mit dem Latein am Ende?

[via science.orf.at]

Der Deppenapostroph

Nachdem mir in den letzten Wochen zwei mal nicht nur die inflationäre sondern auch die falsche Verwendung des Apostrophs vorgeworfen wurde: Sorry Jungs, Ihr liegt falsch! Denn so verwende ich den Apostroph wirklich nicht. In folgendem Fall ist er mir aber wichtig:

§ 97 (Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung)

Man kann den Apostroph setzen, wenn Wörter gesprochener Sprache mit Auslassungen bei schriftlicher Wiedergabe undurchsichtig sind.