Qualitätsverlust beim Sprachgebrauch

Zwar verfassen durch Mail und SMS weit mehr Menschen als früher selbstständig (zumindest sehr kurze) Texte, aber dennoch nehmen Textverständnis und Grammatikwissen kontinuierlich ab.

Nach Darstellung des IDS-Linguisten Hardarik Blühdorn nimmt die Fähigkeit der Schüler ab, Texte zu verstehen, während die Texte selbst immer komplizierter werden. “Da öffnet sich eine Schere”, sagte Blühdorn. “Wir leben in einer Welt, die immer komplexer wird, und wir haben Texte, die das spiegeln.”

In einer Welt, in der viel zu viele Menschen bereits heute Dinge einzig und allein deswegen glauben, weil sie “irgendwo geschrieben” stehen, eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Was ich schon lange fordere: Medienkompetenzunterricht an unseren Schulen!

Eichinger beklagte eine “Lücke im Grammatikwissen” deutscher Schüler und machte dafür das gesunkene Interesse am Lateinunterricht verantwortlich. Der Grammatikerwerb sei im deutschen Schulsystem früher ans Lateinische gebunden gewesen, das eine “typisch Grammatik geleitete Sprache” sei.

Zu diesem Aspekt ein kleiner Buchtipp: Karl-Wilhelm Weeber, Mit dem Latein am Ende?

[via science.orf.at]