In Europa! (2)

Lukaschenko in Putins Schoß

Kaum 24 Stunden sind vergangen, und schon muss ich wieder ‘was Negatives über Belarus lesen.

Irgendjemandes religiöse Gefühle hat Oleg Minich (42) nicht verletzt. Es müssen andere Gefühle gewesen sein, staatsmännische wohl, respektive diktatorische. .. Der weißrussische Satiretrickfilmer hatte unter anderem Staatschef Alexander Lukaschenko zum Objekt künstlerischer Betrachtung gemacht. Im September 2004 hatte er dazu mit Mitstreitern der weißrussischen Bürgerinitiative “Trety Put” (Dritter Weg) den politisch-satirischen Animationsfilmklub “Multclub” im Internet initiiert, um unter einem Pseudonym eigene Cartoons auf der Website zu veröffentlichen. .. Das Interesse der Staatsmacht folgte auf dem Fuß. Lukaschenkos Zorn, der in den letzten Jahren schon zur Schließung von etwa 20 Zeitungen und zur Inhaftierung dreier Journalisten geführt hat, muss groß gewesen sein. Am 16. August 2005 wurden alle Arbeitsgeräte des Trickfilmers und zweier Mitarbeiter konfisziert, Minich selbst wurde von der staatlichen Geheimpolizei (KGB) verhört und wegen Beleidigung des Präsidenten angeklagt.

Und dann blieb Oleg Minich nur noch die Möglichkeit der Flucht. Umso mehr Grund für mich, Werbung für diese Seite zu machen: МультКлуб.

Übrigens interessant, dass der KGB in Belarus auch noch so heißt, während er in Russland in FSB umbenannt wurde. Wenigstens ehrlich!

[derStandard.at: Flucht vor dem Zorn des Diktators]