Zur Lösung der Verkehrsprobleme

Da wurde gestern Abend in der ORF-Sendung “Offen gesagt” wieder einmal über die leidigen Verkehrsprobleme in Österreich diskutiert. Dabei wurde wiederholt, was man von diesen Diskussionen eh schon kennt: PKW-Maut Ja oder Nein, die LKW-Maut und ihre Nebeneffekte, der Transitverkehr, … Und wieder einmal höre ich zu, und frage mich, warum niemand auf die Idee kommt (kommen will?), einfach die Mineralölsteuer (möglichst europaweit) zu erhöhen. Dabei meine ich nicht etwa eine Erhöhung der Spritpreise im Cent-Berreich, wie sie auch heute schon mehrmals jährlich aufgrund des steigenden Ölpreises stattfindet, sondern eine kostendendeckende Erhöhung. LKW- und Individualverkehr müssen sich selbst finanzieren! Im Gegenzug könnte man dafür über eine Abschaffung der bisherigen Besteuerungen des Straßenverkehrs (LKW-Maut, Autobahnvignette, etc.) nachdenken.

Eine fairere Maßnahme zur Finanzierung des Verkehrs fällt mir nicht ein. Vielfahrer müssten dann mehr bezahlen als Leute, die ihr Auto vielleicht nur ein oder zwei mal pro Woche benutzen. LKWs mit einem hohen Spritverbrauch wären von dieser Maßnahme weit mehr betroffen, als PKWs. Und auch das Problem, dass bei herkömmlichen Maut-Systemen nur die Fahrten auf Autobahnen besteuert werden, was dazu führt, dass das Verkehrsaufkommen auf Nebenstrecken unerträglich wird, wäre damit Geschichte.

Das ganze kombiniert mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale, Unterstützungen für Landwirte und einer Entwicklungsoffensive im öffentlichne Verkehr …

… oder denk’ ich da falsch?

3 Replies to “Zur Lösung der Verkehrsprobleme”

  1. Mich würde mal eine Gegenüberstellung von Einnahmen durch PKW und LKW verursachte Steurn und Abgaben versus Ausgaben = Straßenbau, -instandhaltung, Kosten durch Unfallfolgen, etc. interessieren.
    Kosten durch Klimaveränderung wären natürlich auch nötig miteinzubeziehen, aber halt schwer abschätzbar.

    Eine kilometerabhängige Versicherungsgebühr wäre auch super, so das Wenigfahrer niedrigere Fixkosten haben und Vielfahrer mehr zahlen.

  2. Genau das ist der Punkt: Das System muss fairer werden. Was die Gegenüberstellung der momentanen Einnahmen bzw. Ausgaben betrifft:Gestern Abend in “Offen gesagt” wurden beiläufig Zahlen erwähnt. Wenn ich mir recht erinnere, wird wohl nur ein Drittel der Ausgaben durch die direkten Einnahmen aus Maut, Vignette, usw. gedeckt. Ergo: Die Asfinag ist Pleite!

  3. Hier das Zitat: “[…] Grünen-Umweltsprecherin Eva Glawischnig, die vorrechnete, dass von 14 Milliarden Euro Kosten für den österreichischen Straßenverkehr nur fünf Mrd. von den Verursachern getragen würden.” (Quelle: Der Standard, 15. November 2005)

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