
Kaum ein Thema wird von den renomierten Medien momentan so unreflektiert behandelt, wie die Architektur. Da ruft Benedikt Erenz, offensichtlich noch berauscht von der Entscheidung zum Abriss des Palastes der Republik in Berlin, in der aktuellen Ausgabe der Zeit nach einem radikalen Umschwung der Abrissbirne. Zahlreiche Gebäude die in den 60ern und 70ern des letzten Jahrhunderts von den “Stalinisten” gebaut wurden, sollen, seiner Meinung nach, geschleift werden. Nicht etwa, weil in ihnen der Asbestteufel lauert oder sie leer stehen, sonden aus ästhetischen, nein eigentlich aus modischen Gründen. Anstatt die wenigen architektonisch einzigartigen Gebäude dieser Zeit zu schützen, sollen sie Neuen oder, wie in Berlin, Baulücken weichen.
Wie das Unilever-Haus in Hamburg, für das 1959/60 mit Ceausescu-Geste ganze Straßenzüge niedergewalzt wurden: Entstanden ist ein gewaltiges Loch im alten Gefüge der Straßen und Plätze, das bis heute die westliche Hamburger Innenstadt paralysiert.
Na dann lasst uns neue Löcher schaffen!
Moden ändern sich! Gebt diesen Gebäuden noch 20 oder 30 Jahre. Im Stahl-und-Glas-Einheitsbrei, der momentan in unseren Städten entsteht, werden sie wie Paläste erstrahlen!
[Die Zeit:
Sofort abreißen!]