Dsching-, Dsching-, Dschingis Kahn … (mp3)

Er zeugte sieben Kinder in einer Nacht,
und über seine Feinde hat er nur gelacht,
denn seiner Kraft konnt’ keiner wiederstehn.

Eine gewisse Ählichkeit kann der Rektor der Comenius Universität in Bratislava, František Gaher nicht abstreiten. Den Klassiker von Dschinghis Khan dazu gibt’s hier (mp3). Fast noch besser gefällt mir allerdings Moskau (mp3). Wer braucht eigentlich noch File sharing-Tools? ;)

[Comenius Universität Bratislava]

Das Web erfassbar machen

Ich möchte aber gleich nochmal auf die GeoParser API, die beim Projekt Gutenkarte zum Einsatz kommt, zurückkommen. Sie erlaubt es, komplexe Webressourcen erfassbar zu machen, indem lediglich die darin vorkommenden geographischen Orte visualisiert werden. In diesem Zusammenhang ist aber auch das Projekt Websites as Graphs von Interesse, obwohl es im Unterschied zur GeoParser API nicht auf semantischer, sondern auf syntaktischer Ebene ansetzt.

Hier zwei Beispiele zur GeoParser API:

http://labs.metacarta.com/GeoParser/?url=http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus[…]

http://labs.metacarta.com/GeoParser/?url=http://www.spiegel.de[…]

Besonders im Zusammenhang mit dem Schlagwort Semantic Web, werden solche Projekte in Zukunft sicher noch an Bedeutung gewinnen.

[GeoParser API]
[Websites as Graphs]

Alte Karten: Altes Deutschland/Gutenkarte

Historische Karten – Deutschland am Ende des 18. Jahrhunderts zeigt, wie zersplittert dieses Land vor rund 200 Jahren war. Die Entwicklung der deutschen Grenzen seit 1812 ist hingegen auf den Seiten des Instituts für europäische Geschichte der Uni Mainz anhand zahlreicher Karten illustriert.

Interessante Karten anderer Art finden sich beim Projekt Gutenkarte. Durch den Einsatz der GeoParser API von MetaCarta werden literrarische Werke nach geographischen Orten durchsucht, und in eine Karte eingetragen. So findet sich hier zum Beispiel die eindrucksvolle Karte zu Edward Gibbons The History of the Decline and Fall of the Roman Empire. Die zugrunde liegenden Texte stammen zur Gänze aus dem Project Gutenberg.

[IEG-Maps]
[Gutenkarte]

Rettet Grodno!

Grodno 1915
Quelle: harodnia.com

Mit diesem Brief möchten wir uns an die Intellektuellen in aller Welt wenden. Wir, weißrussische Historiker, Studenten und Kulturschaffende bitten um Hilfe, um die Zerstörung der wertvollen historischen Stadt Grodno aufzuhalten und ihr kulturelle Erbe zu retten. Wir setzen unsere letzte Hoffnung auf Ihre Reaktion, um unwiederbringliche Denkmäler zu bewahren.

Dies ist der erste Absatz eines offenen Briefes, in dem sich zahlreiche Intellektuelle an die Europäische Öffentlichkeit wenden, weil sie darin die letzte Chance zur Rettung der belarussischen Stadt Grodno sehen. In diesem Brief fordern sie den Stopp der Zerstörung des historischen Erbes der Stadt an der Memel.

Heute im Dreiländereck zwischen Belarus, Polen und Litauen gelegen, verfügt Grodno über eine wechselhafte Geschichte. Bis Ende des 18. Jahrhunderts de facto die Hauptstadt des polnisch-litauischen Reiches, fiel die Stadt nach der ersten Teilung Polens an das Russische Reich. Kurzzeitig von Napoleon besetzt, wurde Grodno erst nach dem Ersten Weltkrieg wieder eine polnische Stadt. Aber auch diese Periode war nicht von langer Dauer. Im Zweiten Weltkrieg zuerst von der Sowjetunion und dann von den Deutschen besetzt, ist Grodno seit 1945 Teil (des seit 1991 unabhängigen) Weißrusslands. Trotz zahlreicher Umsiedlungen, gehören auch heute noch etwa 40 Prozent der Bevölkerung der polnischen Volksgruppe an.

Diese vielfältige Geschichte hat Grodno aber auch zu einem einzigartigen architektonischen Erbe verholfen. Während es bereits in sowjetischer Zeit zu großen Zerstörungen kam, drohen aktuelle Entwicklungen ganze Teile der historischen Altstadt auszulöschen.

Die Rekonstruktion der Altstadt Grodnos wird ohne rechtlich vorgeschriebene archäologische Untersuchungen durchgeführt. Nur oberflächliche Schürfe wurden zugelassen – insgesamt haben diese nur einen winzigen Teil des historischen Zentrums abgedeckt. So werden Historiker in Zukunft nur noch erahnen können, was von den Bulldozern zerstört wurde. Selbst diejenigen einstigen Sehenswürdigkeiten, auf deren Fundamente man stieß, und die ohne weiteres wieder errichtet werden könnten, werden zerstört. Teile des Adelspalais der Radziwillows und des einstigen Rathauses wurden beschädigt, der alte Marktplatz wurde gänzlich beseitigt. Statt eine Sanierung vorzunehmen wurden weitere Denkmäler rekonstruiert, indem man an ihrer Stelle billige und schlechte Kopien entstehen ließ.

Wie Felix Ackermann berichtet, scheinen vor allem aber auch die alten jüdischen Viertel von den aktuellen städtebaulichen Maßnahmen bedroht zu sein.

[Mitropa: Rettet Grodno!]
[Vom Ufer der Memel: Eine Perle droht zu zerspringen]
[harodnia.com: Alte Postkarten]
[harodnia.com: Fotos von den aktuellen Zerstörungen]

TV-Tipp: Visions of Europe, Mo 5.6. 23h30 ORF2

25 Kurzfilme aus den 25 Ländern der Europäischen Union. Die Kurzfilme sind Statements zur EU-Erweiterung, mit den Themengebieten Einwanderung, Migration, Identitätssuche und Status-Kritik von namhaften Regisseuren wie Peter Greenaway, Fatih Akin, Barbara Albert und Aki Kaurismäki. Die individuellen Visionen gleichen Lichtkegeln, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Eigenarten dieser sich ständig in Bewegung befindlichen Staatengemeinschaft hinweisen.

[via BAOBAB Medientipp]

Hilfe! Wer hat ein Ö1-Download-Abo?

Seit geraumer Zeit bietet der Club Ö1 seinen Mitgliedern für einen Aufpeis von 29 EUR/Jahr die Möglichkeit, 20 Aufzeichnungen/Monat aus einem Online-Archiv herunterzuladen. Nachdem ich über kein solches Abo verfüge, nun aber doch eine bestimmte Aufzeichnung benötige, hab’ ich einfach mal bei Ö1 nachgefragt, ob auch der Erwerb einer einzigen Aufzeichnung möglich ist. In der negativen Antwort wurde mir nur angeboten, mir um 14.90 EUR eine CD mit entsprechender Sendung zusenden zu lassen.

Nachdem ich diesen Preis doch etwas unverschämt finde, nun meine Bitte an Euch: Kann mir jemand mit seinem Abo aushelfen? Mein Angebot: 5 EUR für das mp3-File zur Sendung “Matrix” vom 7. Mai 2006 (Thema: “Die Aufmerksamkeits-Ökologie”).

Kontakt: markus@wienerlloyd.net.