{"id":745,"date":"2006-08-01T13:02:09","date_gmt":"2006-08-01T12:02:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wienerlloyd.net\/?p=745"},"modified":"2006-08-01T13:02:09","modified_gmt":"2006-08-01T12:02:09","slug":"political-correctness-in-osterreichischen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.wienerlloyd.net\/?p=745","title":{"rendered":"Political correctness in \u00c3\u00b6sterreichischen Medien"},"content":{"rendered":"<p>Wer gedacht hat, der journalistische Stil der Kronen Zeitung ist nicht mehr zu unterbieten, sei hiermit eines Besseren belehrt. In den Obersteirischen Nachrichten von Freitag, 21. Juli 2006 war folgender Artikel zu lesen.<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong>Neger versuchte Pensionistin zu vergewaltigen<\/strong><br \/>\nSt. Michael: Gegen 12:50 drangen gellende Schreie der 83-j\u00c3\u00a4hrigen Juliana W., die sich nach einem Schlaganfall nur im Rollstuhl fortbewegen kann, durch das Haus Hauptstra\u00c3\u0178e 37. Ein Afrikaner war durch das offene K\u00c3\u00bcchenfenster in die im Parterre gelegene Wohnung eingestiegen. Anschlie\u00c3\u0178end warf er die v\u00c3\u00b6llig hilflose Frau im Vorzimmer auf den Boden, entkleidete sie und wollte offensichtlich einen Geschlechtsverkehr vollziehen. Durch die Hilferufe aufgeschreckt eilte der Unterkunftgeber, der 65-j\u00c3\u00a4hrige Harlad P. vom ersten Stock ins Freie und konnte durch das K\u00c3\u00bcchenfenster, die am Boden liegende Pensionistin sehen. Sogleich schrie der Mann nach seiner Frau, die von der Wohnung ins Parterre lief und die Wohnung aufsperrte. Sodann sah sie die zum Teil entkleidete am Boden liegende Pensionistin und den Neger, der die Frau vergewaltigen wollte. Der vor dem K\u00c3\u00bcchenfenster stehende 65-j\u00c3\u00a4hrige Pensionist schrie sodann laut in die Wohnung. Aus diesem Grund lie\u00c3\u0178 der Afrikaner von der Pensionistin ab, rannte vom Vorraum in die K\u00c3\u00bcche und sprang durch das offene K\u00c3\u00bcchenfenster ins Freie. Beim Versuch des 65-j\u00c3\u00a4hrigen den T\u00c3\u00a4ter festzuhalten, stie\u00c3\u0178 ihn dieser zu Boden und fl\u00c3\u00bcchtete anschlie\u00c3\u0178end in Richtung B 113. Der Pensionist wurde durch diese Attacke leicht verletzt.<br \/>\nDie 83-j\u00c3\u00a4hrige Frau, die auch an Alterdemenz leidet, hat durch das rasche Eingreifen ihrer Nachbarn keine Verletzungen erlitten. Sie wurde nach dem Vorfall im LKH Leoben ambulant behandelt.<br \/>\nT\u00c3\u00a4terbeschreibung nach Aussage der Zeugen: Ein Neger, ca. 25-35 Jahre alt, ca. 170-180 cm gro\u00c3\u0178, schlank, eher schmale Lippen, kein Bart und keine besonderen Merkmale. Bekleidung: braune Hose und ein orangebraunes Kurzarm-T-Shirt.<br \/>\nHinweise an die PI St. Michael in der Steiermark: 059\/133\/606320 <\/p><\/blockquote>\n<p>Jetzt k\u00c3\u00b6nnte man vielleicht meinen, diesen Artikel hat ein 85-j\u00c3\u00a4hriger Journalist verfasst, dem entgangen ist, dass die Verwendung des Begriffs &#8220;Neger&#8221; heutzutage eindeutig rassistisch zu werten ist. Nach der Lekt\u00c3\u00bcre der Antwort auf den Leserbrief einer zurecht emp\u00c3\u00b6rten Leserin vom 28. Juli wird allerdings klar, dass dieser Artikel wohl einer tieferen politischen Einstellung der Redaktion der Obersteirischen Nachrichten entsprungen ist.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Politische Unkorrektheit beim Bericht: \u00e2\u20ac\u017eNeger versuchte\u00e2\u20ac\u00a6\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><br \/>\nAn die Obersteirische Nachrichten Redaktion:<br \/>\nIn Ihrer Ausgabe vom 21. Juli findet sich auf der Seite 31 ein Bericht mit dem Titel \u00e2\u20ac\u017eNeger versuchte Pensionistin zu vergewaltigen\u00e2\u20ac\u0153.<br \/>\nAuch wenn es sich bei dem Vorfall um ein schlimmes Verbrechen handelt, kann man sich als Leser dennoch eine objektive, sachliche und politisch korrekte Beschreibung des Ereignisses erwarten. Der Ausdruck \u00e2\u20ac\u017eNeger\u00e2\u20ac\u0153 ist eine rassistische und minderwertige Bezeichnung eines Menschen schwarzer Hautfarbe und erinnert an das furchtbare Verbrechen der Sklaverei und des V\u00c3\u00b6lkermordes welche Europ\u00c3\u00a4erInnen und NordamerikanerInnen an den AfrikanerInnen verbrochen haben. So gesehen ist ihre Wortwahl menschenverachtend, menschenrechtsverletzend, rassistisch und xenophob. Des weiteren frage ich mich, ob Sie \u00c3\u00b6sterreichische Straft\u00c3\u00a4ter auch als bleichgesichtig mit typisch schmalen Lippen bezeichnen?<br \/>\nPetra Wlasak<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Wlasak!<br \/>\nLieber Gutmensch!<br \/>\nSie tun mir echt Leid, da sie als Kind wahrscheinlich schwer krank waren und daher l\u00c3\u00a4ngere Zeit in der Schule gefehlt haben d\u00c3\u00bcrfen. Ein Neger (abgeleitet von der wissenschaftlichen Apostophierung \u00e2\u20ac\u017enegrid\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017enegroid\u00e2\u20ac\u0153) ist nicht eine rassistisch minderwertige Bezeichnung eines Menschen schwarzer Hautfarbe. Sie d\u00c3\u00bcrften aus Unwissenheit Nigger mit Neger verwechseln. Aber machen sie sich nichts daraus, denn nobody is perfect. Ein Neger (dabei kann es sich um einen Afrikaner oder aber auch Amerikaner handeln, keinesfalls aber um einen Eskimo! Pardon, um nicht wieder unkorrekt u sein, nat\u00c3\u00bcrlich Inuit), ca. 180 cm gro\u00c3\u0178, schlank mit schmalen Lippen, so hei\u00c3\u0178t es eben in der Fahndungsbeschreibung der Polizei.<br \/>\nUnd \u00c3\u00bcberhaupt zw\u00c3\u00a4ngt sich in mir der f\u00c3\u00bcrchterliche Verdacht auf, dass sie als Gutmensch dem T\u00c3\u00a4ter, einem Neger eben (oder einigen wir uns auf Mohr), mehr Sympathie entgegenbringen, als jener querschnittgel\u00c3\u00a4hmten Frau, welche \u00e2\u20ac\u017eihr smoothly\u00e2\u20ac\u0153 Afrikaner zu vergewaltigen versucht hat.<br \/>\nLiebe Frau Wlasak! Sollten sie weiter L\u00c3\u00b6cher in ihrem offensichtlich zartem Allgemeinwissen zu stopfen haben, scheuen sie sich nicht und schreiben mir, einem schmallippigen und bleichgesichtigen Reporter! <\/p><\/blockquote>\n<p>Ich pack&#8217;s nicht! Das einzige konstruktive Argument in dieser Antwort, dass man ja nur die Fahndungsbeschreibung der Polizei \u00c3\u00bcbernommen habe, wird von Walter Sauer in einem weiteren Leserbrief ad absurdum gef\u00c3\u00bchrt.<\/p>\n<blockquote><p>Es erscheint mir auch kaum glaublich, da\u00c3\u0178 laut Ihrer Aussage der problematische Begriff in der von ihnen zitierten Fahnungsbeschreibung der Polizei enthalten ist. Sollte dies tats\u00c3\u00a4chlich der Fall sein, so w\u00c3\u00a4re dies ein Versto\u00c3\u0178 gegen das Rundschreiben des Bundesministeriums f\u00c3\u00bcr Inneres vom 24. J\u00c3\u00a4nner 1994 (Zl. 51 381\/4332-II\/2\/94), das die Verwendung des Ausdrucks &#8220;Neger&#8221; im Beh\u00c3\u00b6rdenverkehr der Polizei ausdr\u00c3\u00bccklich verbietet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber was soll man schon von einer Zeitung erwarten, die in ihrem Impressum als Tendenz angibt, heimatlich und \u00c3\u00bcberparteilich zu sein!<\/p>\n<p>[via <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wienerlloyd.net\/wp-images\/link\" alt=\"\" \/><a href=\"http:\/\/www.powi.at\/forum\/viewtopic.php?t=5307&#038;postdays=0&#038;postorder=asc&#038;start=0&#038;sid=81be9ddaafb10f8acad8d7da33f9f1ca\">Forum Politikwissenschaft<\/a>] <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer gedacht hat, der journalistische Stil der Kronen Zeitung ist nicht mehr zu unterbieten, sei hiermit eines Besseren belehrt. In den Obersteirischen Nachrichten von Freitag, 21. Juli 2006 war folgender Artikel zu lesen. 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